| Weibliche Mitglieder im Vormarsch |
Von ihrer Gründung im Jahre 1953 an war die Sachsenhäuser Kerbegesellschaft ein reiner Männerverein. Obwohl von Anfang an die Frauen und auch Freundinnen der Kerbeburschen aktiv beim Brunnenfest mitwirkten. Sie backten die Kuchen und
halfen bei der Bewirtung der Kerbegesellschaft und ihrer Gäste. In der Mitgliederliste waren sie jedoch nicht geführt.
Auch mit der Kürung der ersten Brunnenkönigin im Jahre 1958, die mittlerweile als Repräsentantin den gesamten Stadtteil auf vielen Veranstaltungen repräsentiert, änderte sich nichts daran. In der Vereinssatzung selbst ist in
keinem Absatz erwähnt, dass Frauen keine Mitglieder werden können. Da steht lediglich: "Mitglied des Vereins kann jede Person werden,
die im vollen Besitz der Geschäftsfähigkeit ist." Schon oft wurde die Frage an den Vorstand des Vereins gestellt, warum keine Frauen Mitglieder der Kerbegesellschaft seien. Eine Erklärung dafür wusste bisher niemand zu geben.
Auch für Gerhard Busch, seit 1997 Präsident der Brunnen- und Kerbegesellschaft Sachsenhausen 1953 e.V., war das unverständlich. Er erklärte, dass nichts gegen die Mitgliedschaft von Frauen
im Verein spräche.
Auf der Jahreshauptversammlung 1998 wurde der erste Mitgliedsantrag einer Frau einstimmig angenommen: Es war Cornelia Seidel, die Tochter des Ehrenpräsidenten Wolfgang Stumpf. Sie übernahm auch gleich das Amt des Schatzmeisters, das ihr in
mehrheitlicher Abstimmung zugesprochen wurde.
Nach ihrem Entschluss gefragt, antwortete Conny: "Durch meinen Vater hatte ich schon von klein auf Kontakt zur Kerbegesellschaft und auch recht früh den Wunsch, Mitglied im Verein zu werden. Ich konnte es selbst nicht verstehen, warum Frauen nicht auch offiziell dazu gehören".
Carmen Abersfelder, eine ehemalige Brunnenkönigin, war schon lange der Meinung, dass man mindestens den Brunnenköniginnen die Mitgliedschaft in der Brunnen- und Kerbegesellschaft Sachsenhausen 1953 e.V. anbieten sollte. Auf diese Weise kämen dann auch weitere Frauen zur Mitgliedschaft im Verein. Inzwischen sind die Frauen als Mitglieder im Verein im Vormarsch und eine "reine Männerwirtschaft" ist nicht mehr denkbar..
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